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Gießtipps (zum kostenlosen selber Ausdrucken oder Bestellung eines Ausdruckes)
Gießtipps (zum kostenlosen selber Ausdrucken oder Bestellung eines Ausdruckes)
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Diese Gießtipps sind keine bestellbare Ware sondern Hinweise, die Sie sich selbst kostenfrei kopieren und ausdrucken können.
Sollten Sie trotzdem einen Ausdruck bevorzugen, können Sie diesen selbstverständlich auch als kostenpflichtigen Artikel über den Onlineshop ordern.
Um optimale Ergebnisse mit jeder Waffe zu erzielen bedarf es der sorgfältigen Abstimmung der Komponenten. Während Schwarzpulverwaffen die Abweichung einer Pulverladung um 2 oder 3 Grain schon mal verzeihen, sieht es beim Geschossgewicht schon anders aus.
Werden von außen perfekt aussehende Geschosse verwogen, kann es vorkommen, dass die Geschosse im Gewicht um mehrere Grain schwanken. Diese Gewichtsunterschiede bei perfekt aussehenden Geschossen (Rundkugel und Langgeschosse) deuten darauf hin, dass hier Gießfehler vorliegen. Geschosse, die vom Nominalgewicht abweichen, haben in der Regel im Inneren Luftblasen oder Einschlüsse von Schlacken. Dies führt zu einer veränderten Trefferlage, quer einschlagenden Langgeschossen und anderen Präzisionsverlusten.
Aus diesen Gründen ist die Beachtung dieser Hinweise für die Erreichung einer optimalen Präzision der Geschosse ein MUSS
Das Gießen beginnt mit der Vorbereitung der Kokille für den Gießvorgang.
Die Kokille muss vor dem Gießen mit Aceton, Brennspiritus oder einem vergleichbaren Entfetter gründlich von allen Öl- und Fettresten gereinigt werden.
Bei der Verwendung von Blei sollte man sich über dessen Herkunft sicher sein.
Normales „Dachdeckerweichblei“ ist in der Regel 100% Blei. Gut zu verwenden ist auch gebrauchtes Dachdeckerweichblei, das man oft zu günstigen Preisen bei Dachdeckerfirmen erwerben kann, die dieses von Neueindeckungen haben und ansonsten über den Schrotthandel verwerten.
Eine oft verwendete Möglichkeit zum Erlangen von Blei sind die Kugelfänge der Schießstände für Luftdruckwaffen. Hier sollte man beachten, dass das früher verwendete Reinblei für die Diabolos im Laufe der Zeit durch legiertes Blei ersetzt wurde.
Dieses Blei ist zu hart für Rundkugeln und insbesondere für Minie Geschosse.
Wenn man Experimente mit schwach legierten Bleigeschossen machen will, so
sollte man zunächst mit 100% Reinblei beginnen und später erst mit legiertem Blei.
Das Blei zum Herstellen der Geschosse wird jetzt auf die Gießtemperatur von
ca. 420 Celsius gebracht. Diese Temperatur kontrolliert man am besten mit einem manuellen oder elektrischen Bleithermometer.
Ist die Gießtemperatur von 420 Celsius erreicht, wird die Bleischmelze gereinigt.
Hierzu ist Marvelux geeignet.(Best.-Nr. MARV)
(siehe Gebrauchsanweisung im Shop)
Dabei handelt es sich um eine weiße pulverförmige Substanz, von der 1 vollerTeelöffel auf eine Menge von ca. 5 kg Bleischmelze gestreut und mit dem Gießlöffel verrührt wird. Das Pulver verflüssigt sich zu einem schwarzen Schaum, der beim Unterrühren alle Verunreinigungen in der Bleischmelze bindet und die dann als gelbe Schlacke mit einem ausgedienten Soßenlöffel von der Oberfläche der Schmelze abgeschöpft werden kann.
Selbst bei der Verwendung von fabrikneuem Reinblei sind so immer viele Verunreinigungen feststellbar, die als Lunkerstellen / Einschlüsse im Geschoss die Präzision beeinträchtigen können.
Für Rundkugeln, Maxi-Ball, Minie-Geschosse wird reines Weichblei
(100% Reinblei)
und für Schwarzpulverpatronen Geschosse schwach legiertes Blei
( Reinblei 95% mit Zugabe von Zinn max. 5%)
verwendet.
Vor dem Gießen sollte die komplette Kokille mit einer Schicht aus flüssigem Grafit geschützt werden. Hierfür wird RMP Mould Prep (Best.-Nr. RMP) empfohlen, das gegenüber der früher oft verwendeten Beschichtung mit Kerzenruß wesentlich besser und länger an der Kokille haftet. RMP Mould Prep überzieht die Kokillenhälften mit eine sehr dünnen Schicht Grafit. Diese ist so dünn, dass selbst die Entlüftungsrillen auf den Kokillenflächen nicht zugesetzt werden und verhindert ein Anhaften von Blei an der Kokille. Dadurch lösen sich auch die Geschosse leichter aus der Kokille. Außen anhaftende Bleispritzer lassen sich dann leicht mit einem Holzspachtel (Holzstiel vom „Eis am Stiel“) ablösen.
Ein weiterer Vorteil von RMP Mould Prep liegt in der andauernden Konservierung der Kokille gegen Flugrost. Nach dem Gießen erspart man sich damit das Einölen der Kokille und das zeitraubende Entölen bei einer erneuten Verwendung der Kokille.
Zu Beginn des eigentlichen Gießvorgangs muss die Kokille auf Gießtemperatur gebracht werden. Die einfachste Möglichkeit ist es, die Kokille für 1 Minute etwa zur Hälfte in die Bleischmelze zu tauchen.
Danach macht man einen oder mehrere Probegüsse um die Temperatur der Kokille zu testen. Hat die Kokille eine zu hohe Temperatur, verfestigt sich das Blei am Abschneider der Kokille nur langsam. Abwarten bis sich das Blei am Abschneider sichtbar verfestigt hat, Geschoss aus der Kokille fallen und die Kokille an der Luft etwas abkühlen lassen. Ist das Blei am Abschneider beim Probeguss fest, Kokille öffnen und das Geschoss
prüfen, Ist es sauber gegossen, kann mit dem eigentlichen Gießen begonnen werden.
Beim Gießen sollte man einen speziellen Gießlöffel für Blei verwenden. Gute Gießlöfffel bekommt man von RCBS, Lyman oder die hier angebotenen Gießlöffel aus Edelstahl. (Best.-Nr.: GK-R und GK-L) Zur Verbesserung des Bleiflusses empfiehlt es sich, die Öffnung des Ausgusses der RCBS und Lymsan Gießlöffel auf ca. 4,5mm aufzubohren.
Die oft verwendete Möglichkeit, die Kokillen über die Auslauföffnung von Gießöfen zu füllen ist bequem – hat aber einige Nachteile, wie der frühzeitige abgeriegelte Bleifluss durch zu schnelles Abkühlen der Bleischmelze am Übergang Gießlöffel zur Einfüllöffnung der Kokille zum Ende des Befüllens.
Wird Blei einfach aus dem Bleilöffel/Gießofen in die Öffnung der Kokille eingefüllt, bildet sich schnell eine "Pfütze" auf dem Abschneider. Dieses Blei erkaltet an der Luft schnell und riegelt den Bleifluss in die Kokille ab. Das flüssige Blei in der (jetzt noch gefüllten) Kokille kühlt ab und zieht sich mangels Nachschub an flüssigem Blei leicht zusammen.
Die Folge:
In der Rundkugel/Langgeschoss bilden sich Hohlräume, die Gewicht und Präzision beeinflussen. Bei Langgeschossen/ Minie Geschossen ist das oft beim Abschneiden des Gussbutzens an einem winzigen Loch in der Geschossspitze zu erkennen.
Zudem entsteht dabei bei senkrecht gehaltener Kokille eine Hohlstelle am Kokillenboden und das Schrumpfen des flüssigen Bleis führt dazu, dass die vorher ausgefüllten Führungsbänder des Geschosses nicht mehr scharfkantig, sondern rund ausgeprägt sind.
Ich empfehle die Verwendung einer großvolumigen, fast geschlossenen (wie oben beschriebene) und modifizierten Gießkelle.
(Lyman/RCBS oder Edelstahlgießkelle für Rechts- oder Linkshänder
(Best.-Nr. GK-R oder GK-L)
Beim Gießen bleibt die Kelle bis auf den Gießvorgang immer im Bleitopf um ein Abkühlen zu vermeiden. Die Kokille mit dem gefüllten Gießlöffel waagrecht zusammen führen und anschließend in die Senkrechte bringen. Das Blei lange in die Kokille laufen lassen, ohne dass dabei der Kontakt verloren geht. Durch die auf 4,5mm erweiterte Öffnung der Kokille bleibt das Blei länger flüssig und das gegossene Geschoss kann während dem Erstarrungsvorgang noch lange flüssiges Blei „nachziehen“. Ist der aus der Ausgussöffnung heraus fließende Bleistrom zu
dünn, erkaltet er schnell, das Blei an der Geschossspitze erstarrt und das Geschoss kann nicht länger Blei nachziehen.
Wenn man merkt, dass das Blei an der Verbindung Kokille-Bleilöffel fest wird, kann man die Verbindung trennen und den Bleilöffel wieder ins Blei stellen.
Dieser Vorgang dauert pro Geschoss vielleicht 10 Sekunden länger, liefert aber perfektere Geschosse. Je größer das Geschossvolumen ist umso wichtiger ist dieses lange Nachhalten. Bei zu schnellem Gießen zeigen die Geschosse an der Spitze oft leichte punktförmige Löcher, die auf ein Geschoss mit einer inneren Hohlstelle hindeuten.
Bei Langgeschossen mit Fettrillen sorgfältig darauf achten, dass die Fettrillen entsprechend der Gussform sauber und scharfkantig ausgefüllt sind. Geschosse mit abgerundeten Fettrillen deuten darauf hin, dass die Form des Geschosses zunächst zwar ausgefüllt war, die Kokille aber beim Erstarren des Bleis nicht genug flüssiges Blei nachziehen konnte. Eine Stelle, an der sich dieser frühzeitig erkaltete Bleistrom ebenfalls zeigen kann ist die Innenseite des Minie Geschosses. Bei einem Minie Geschoss mit flachem Hohlboden zeigt ein Hohlboden dann mit einer flachen muschelförmigen Aussparung, das auch hier die Gussform nicht genug Blei nachziehen konnte.
Diese Geschosse haben dadurch eine Unwucht und treffen entsprechend schlecht.
Nachdem der Guss fertig ist wird der Abschneider mit einem Holzschlegel (Hammerstiel aus dem Baumarkt) geöffnet. Keine sehr harten Werkzeuge oder Metallstäbe verwenden, mit denen Sie die Präzision der Kokille schnell schnell beeinträchtigen können.
Die Kokille öffnen und das Geschoss auf eine weiche Unterlage fallen lassen.
Fallen die Geschosse/die Kugeln nicht von selbst heraus, wird mit dem Holzschlegel LEICHT gegen die Kokille geklopft. Bei einer mit RMP beschichteten Kokille sollten sich die Geschosse/die Rundkugeln leicht aus der Kokille lösen. Lösen sich die Geschosse nicht, könnte bei der Anfertigung der Kokille ein leichter Grat am Rande der Geschossform zurück geblieben sein. Einfach die Ränder der Gussform mit
000-Stahlwolle abreiben, mit RMP neu beschichten und erneut gießen.
Die fertig gegossenen Geschosse sind noch nicht völlig ausgehärtet und empfindlich.
Es wird empfohlen, die Geschosse aus der Kokille auf eine weiche Unterlage fallen zu lassen, damit sie dort endgültig aushärten können.
(in einen Karton mehrere Lagen Putztücher legen und mit Alufolie abdecken damit die Geschosse nicht an den Putztüchern kleben bleiben)
Trotz präzise gefertigter Kokillen und einer guten Gießtechnik kann es bei Langgeschossen durch Temperaturschwankungen beim Gießen zu unterschiedlichen im Durchmesser kommen. Daher empfiehlt es sich Kokillen zu verwenden, die Geschosse mit einem leicht erhöhten Durchmesser
( + 0.02“ / 0,05mm) über dem Feldkaliber gießen und anschließend auf das Sollmaß kalibriert werden. Die Geschosse sollten sich beim Laden eines Vorderladers mit leichtem Fingerdruck in den Lauf schieben lassen.
Die Erfahrung mit dieser Gießtechnik zeigt, dass man damit selbst Langgeschosse mit einem Gewicht von 550 bis 650 Grain mit Gewichtsschwankungen von weniger als 3 Grain hergestellt kann.
Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Gießen.
Günter Stifter
Sollten Sie trotzdem einen Ausdruck bevorzugen, können Sie diesen selbstverständlich auch als kostenpflichtigen Artikel über den Onlineshop ordern.
Um optimale Ergebnisse mit jeder Waffe zu erzielen bedarf es der sorgfältigen Abstimmung der Komponenten. Während Schwarzpulverwaffen die Abweichung einer Pulverladung um 2 oder 3 Grain schon mal verzeihen, sieht es beim Geschossgewicht schon anders aus.
Werden von außen perfekt aussehende Geschosse verwogen, kann es vorkommen, dass die Geschosse im Gewicht um mehrere Grain schwanken. Diese Gewichtsunterschiede bei perfekt aussehenden Geschossen (Rundkugel und Langgeschosse) deuten darauf hin, dass hier Gießfehler vorliegen. Geschosse, die vom Nominalgewicht abweichen, haben in der Regel im Inneren Luftblasen oder Einschlüsse von Schlacken. Dies führt zu einer veränderten Trefferlage, quer einschlagenden Langgeschossen und anderen Präzisionsverlusten.
Aus diesen Gründen ist die Beachtung dieser Hinweise für die Erreichung einer optimalen Präzision der Geschosse ein MUSS
Das Gießen beginnt mit der Vorbereitung der Kokille für den Gießvorgang.
Die Kokille muss vor dem Gießen mit Aceton, Brennspiritus oder einem vergleichbaren Entfetter gründlich von allen Öl- und Fettresten gereinigt werden.
Bei der Verwendung von Blei sollte man sich über dessen Herkunft sicher sein.
Normales „Dachdeckerweichblei“ ist in der Regel 100% Blei. Gut zu verwenden ist auch gebrauchtes Dachdeckerweichblei, das man oft zu günstigen Preisen bei Dachdeckerfirmen erwerben kann, die dieses von Neueindeckungen haben und ansonsten über den Schrotthandel verwerten.
Eine oft verwendete Möglichkeit zum Erlangen von Blei sind die Kugelfänge der Schießstände für Luftdruckwaffen. Hier sollte man beachten, dass das früher verwendete Reinblei für die Diabolos im Laufe der Zeit durch legiertes Blei ersetzt wurde.
Dieses Blei ist zu hart für Rundkugeln und insbesondere für Minie Geschosse.
Wenn man Experimente mit schwach legierten Bleigeschossen machen will, so
sollte man zunächst mit 100% Reinblei beginnen und später erst mit legiertem Blei.
Das Blei zum Herstellen der Geschosse wird jetzt auf die Gießtemperatur von
ca. 420 Celsius gebracht. Diese Temperatur kontrolliert man am besten mit einem manuellen oder elektrischen Bleithermometer.
Ist die Gießtemperatur von 420 Celsius erreicht, wird die Bleischmelze gereinigt.
Hierzu ist Marvelux geeignet.(Best.-Nr. MARV)
(siehe Gebrauchsanweisung im Shop)
Dabei handelt es sich um eine weiße pulverförmige Substanz, von der 1 vollerTeelöffel auf eine Menge von ca. 5 kg Bleischmelze gestreut und mit dem Gießlöffel verrührt wird. Das Pulver verflüssigt sich zu einem schwarzen Schaum, der beim Unterrühren alle Verunreinigungen in der Bleischmelze bindet und die dann als gelbe Schlacke mit einem ausgedienten Soßenlöffel von der Oberfläche der Schmelze abgeschöpft werden kann.
Selbst bei der Verwendung von fabrikneuem Reinblei sind so immer viele Verunreinigungen feststellbar, die als Lunkerstellen / Einschlüsse im Geschoss die Präzision beeinträchtigen können.
Für Rundkugeln, Maxi-Ball, Minie-Geschosse wird reines Weichblei
(100% Reinblei)
und für Schwarzpulverpatronen Geschosse schwach legiertes Blei
( Reinblei 95% mit Zugabe von Zinn max. 5%)
verwendet.
Vor dem Gießen sollte die komplette Kokille mit einer Schicht aus flüssigem Grafit geschützt werden. Hierfür wird RMP Mould Prep (Best.-Nr. RMP) empfohlen, das gegenüber der früher oft verwendeten Beschichtung mit Kerzenruß wesentlich besser und länger an der Kokille haftet. RMP Mould Prep überzieht die Kokillenhälften mit eine sehr dünnen Schicht Grafit. Diese ist so dünn, dass selbst die Entlüftungsrillen auf den Kokillenflächen nicht zugesetzt werden und verhindert ein Anhaften von Blei an der Kokille. Dadurch lösen sich auch die Geschosse leichter aus der Kokille. Außen anhaftende Bleispritzer lassen sich dann leicht mit einem Holzspachtel (Holzstiel vom „Eis am Stiel“) ablösen.
Ein weiterer Vorteil von RMP Mould Prep liegt in der andauernden Konservierung der Kokille gegen Flugrost. Nach dem Gießen erspart man sich damit das Einölen der Kokille und das zeitraubende Entölen bei einer erneuten Verwendung der Kokille.
Zu Beginn des eigentlichen Gießvorgangs muss die Kokille auf Gießtemperatur gebracht werden. Die einfachste Möglichkeit ist es, die Kokille für 1 Minute etwa zur Hälfte in die Bleischmelze zu tauchen.
Danach macht man einen oder mehrere Probegüsse um die Temperatur der Kokille zu testen. Hat die Kokille eine zu hohe Temperatur, verfestigt sich das Blei am Abschneider der Kokille nur langsam. Abwarten bis sich das Blei am Abschneider sichtbar verfestigt hat, Geschoss aus der Kokille fallen und die Kokille an der Luft etwas abkühlen lassen. Ist das Blei am Abschneider beim Probeguss fest, Kokille öffnen und das Geschoss
prüfen, Ist es sauber gegossen, kann mit dem eigentlichen Gießen begonnen werden.
Beim Gießen sollte man einen speziellen Gießlöffel für Blei verwenden. Gute Gießlöfffel bekommt man von RCBS, Lyman oder die hier angebotenen Gießlöffel aus Edelstahl. (Best.-Nr.: GK-R und GK-L) Zur Verbesserung des Bleiflusses empfiehlt es sich, die Öffnung des Ausgusses der RCBS und Lymsan Gießlöffel auf ca. 4,5mm aufzubohren.
Die oft verwendete Möglichkeit, die Kokillen über die Auslauföffnung von Gießöfen zu füllen ist bequem – hat aber einige Nachteile, wie der frühzeitige abgeriegelte Bleifluss durch zu schnelles Abkühlen der Bleischmelze am Übergang Gießlöffel zur Einfüllöffnung der Kokille zum Ende des Befüllens.
Wird Blei einfach aus dem Bleilöffel/Gießofen in die Öffnung der Kokille eingefüllt, bildet sich schnell eine "Pfütze" auf dem Abschneider. Dieses Blei erkaltet an der Luft schnell und riegelt den Bleifluss in die Kokille ab. Das flüssige Blei in der (jetzt noch gefüllten) Kokille kühlt ab und zieht sich mangels Nachschub an flüssigem Blei leicht zusammen.
Die Folge:
In der Rundkugel/Langgeschoss bilden sich Hohlräume, die Gewicht und Präzision beeinflussen. Bei Langgeschossen/ Minie Geschossen ist das oft beim Abschneiden des Gussbutzens an einem winzigen Loch in der Geschossspitze zu erkennen.
Zudem entsteht dabei bei senkrecht gehaltener Kokille eine Hohlstelle am Kokillenboden und das Schrumpfen des flüssigen Bleis führt dazu, dass die vorher ausgefüllten Führungsbänder des Geschosses nicht mehr scharfkantig, sondern rund ausgeprägt sind.
Ich empfehle die Verwendung einer großvolumigen, fast geschlossenen (wie oben beschriebene) und modifizierten Gießkelle.
(Lyman/RCBS oder Edelstahlgießkelle für Rechts- oder Linkshänder
(Best.-Nr. GK-R oder GK-L)
Beim Gießen bleibt die Kelle bis auf den Gießvorgang immer im Bleitopf um ein Abkühlen zu vermeiden. Die Kokille mit dem gefüllten Gießlöffel waagrecht zusammen führen und anschließend in die Senkrechte bringen. Das Blei lange in die Kokille laufen lassen, ohne dass dabei der Kontakt verloren geht. Durch die auf 4,5mm erweiterte Öffnung der Kokille bleibt das Blei länger flüssig und das gegossene Geschoss kann während dem Erstarrungsvorgang noch lange flüssiges Blei „nachziehen“. Ist der aus der Ausgussöffnung heraus fließende Bleistrom zu
dünn, erkaltet er schnell, das Blei an der Geschossspitze erstarrt und das Geschoss kann nicht länger Blei nachziehen.
Wenn man merkt, dass das Blei an der Verbindung Kokille-Bleilöffel fest wird, kann man die Verbindung trennen und den Bleilöffel wieder ins Blei stellen.
Dieser Vorgang dauert pro Geschoss vielleicht 10 Sekunden länger, liefert aber perfektere Geschosse. Je größer das Geschossvolumen ist umso wichtiger ist dieses lange Nachhalten. Bei zu schnellem Gießen zeigen die Geschosse an der Spitze oft leichte punktförmige Löcher, die auf ein Geschoss mit einer inneren Hohlstelle hindeuten.
Bei Langgeschossen mit Fettrillen sorgfältig darauf achten, dass die Fettrillen entsprechend der Gussform sauber und scharfkantig ausgefüllt sind. Geschosse mit abgerundeten Fettrillen deuten darauf hin, dass die Form des Geschosses zunächst zwar ausgefüllt war, die Kokille aber beim Erstarren des Bleis nicht genug flüssiges Blei nachziehen konnte. Eine Stelle, an der sich dieser frühzeitig erkaltete Bleistrom ebenfalls zeigen kann ist die Innenseite des Minie Geschosses. Bei einem Minie Geschoss mit flachem Hohlboden zeigt ein Hohlboden dann mit einer flachen muschelförmigen Aussparung, das auch hier die Gussform nicht genug Blei nachziehen konnte.
Diese Geschosse haben dadurch eine Unwucht und treffen entsprechend schlecht.
Nachdem der Guss fertig ist wird der Abschneider mit einem Holzschlegel (Hammerstiel aus dem Baumarkt) geöffnet. Keine sehr harten Werkzeuge oder Metallstäbe verwenden, mit denen Sie die Präzision der Kokille schnell schnell beeinträchtigen können.
Die Kokille öffnen und das Geschoss auf eine weiche Unterlage fallen lassen.
Fallen die Geschosse/die Kugeln nicht von selbst heraus, wird mit dem Holzschlegel LEICHT gegen die Kokille geklopft. Bei einer mit RMP beschichteten Kokille sollten sich die Geschosse/die Rundkugeln leicht aus der Kokille lösen. Lösen sich die Geschosse nicht, könnte bei der Anfertigung der Kokille ein leichter Grat am Rande der Geschossform zurück geblieben sein. Einfach die Ränder der Gussform mit
000-Stahlwolle abreiben, mit RMP neu beschichten und erneut gießen.
Die fertig gegossenen Geschosse sind noch nicht völlig ausgehärtet und empfindlich.
Es wird empfohlen, die Geschosse aus der Kokille auf eine weiche Unterlage fallen zu lassen, damit sie dort endgültig aushärten können.
(in einen Karton mehrere Lagen Putztücher legen und mit Alufolie abdecken damit die Geschosse nicht an den Putztüchern kleben bleiben)
Trotz präzise gefertigter Kokillen und einer guten Gießtechnik kann es bei Langgeschossen durch Temperaturschwankungen beim Gießen zu unterschiedlichen im Durchmesser kommen. Daher empfiehlt es sich Kokillen zu verwenden, die Geschosse mit einem leicht erhöhten Durchmesser
( + 0.02“ / 0,05mm) über dem Feldkaliber gießen und anschließend auf das Sollmaß kalibriert werden. Die Geschosse sollten sich beim Laden eines Vorderladers mit leichtem Fingerdruck in den Lauf schieben lassen.
Die Erfahrung mit dieser Gießtechnik zeigt, dass man damit selbst Langgeschosse mit einem Gewicht von 550 bis 650 Grain mit Gewichtsschwankungen von weniger als 3 Grain hergestellt kann.
Ich wünsche viel Spaß und Erfolg beim Gießen.
Günter Stifter
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